Der Idiotentest folgt Carline bei Twitter

AKTIVITÄT: Nun ist wirklich alles zu spät. Mein Profil hat nicht mehr viel mit mir zu tun. Auf meiner Pinnwand steht, dass ich ein Podcaststudio haben will:

Außerdem hat Michael das Bundesministerium für Bildung und Forschung geliket. Scheinbar plaudere ich mit den Ministern im Garten über Ilses Facebook-Verbot:

Michael hat auch gleich in meinem Namen eine Umfrage zum Thema erstellt:

Skurril: Michael schreibt, dass mir der MPU Idiotentest jetzt auf Twitter folgt. Soso. Kriegt man dann vielleicht Punkte erlassen oder so?

Außerdem freue ich mich riesig, dass es Lindenstraße nun auch bei Youtube gibt:

Zum Abschluss checkt Michael mich noch in München ein.

FAZIT: Ilse Aigner, Mutter Beimer und der Idiotentest haben eine Sache gemeinsam: Auf meiner Pinnwand interessieren sie niemanden. Auch die Umfrage zum Facebook-Verbot hat nur eine meiner Freundinnen beantwortet. Wahrscheinlich aus Mitleid.
Aber dass ich angeblich in München bin verursacht eine analoge Reaktion. Endlich! Mein Telefon klingelt: „Du bist hier?! Wieso sagst du denn nichts, Du treuloser Moppelschlumpf?!“ Habe mich selten so über einen Anruf gefreut.
Meine Freunde ignorieren die Aktivitäten auf meinem Facebook-Profil fast komplett. Erst der Check-In, der Sprung in eine Lebenssituation, die meine Freunde akut und direkt betrifft – ich bin endlich wieder in München – bringt Bewegung auf meine Pinnwand. Ein schönes Gefühl. Sie vermissen mich doch.

Michael mag Take That und Schreibmaschinen


Der erste Tag. Ich fühle mich unwohl.

AKTIVITÄT: Als allererstes habe ich David Hasselhoff blockiert. Der postet die ganze Zeit seltsame Dinge und unterschreibt auch noch mit: „Love, The Hoff“. Ich bin ja eher ein Kind der neunziger Jahre. Boygroups, Männer mit rasierten Oberkörpern und so. Das ganze Programm. Deshalb habe ich erst mal Take That reunion und Schoßgebete von Charlotte Roche geliket. 
Ich habe jemandem, der über seine Probleme mit Excel lamentiert, eine Schreibmaschine empfohlen. Die stürzt wenigstens nicht ab.
Bei der Internationalen Funkaustellung kann ich natürlich auch mitreden. Ich weiß zwar nicht, was ein „connectivity concept“ ist, aber dieser Fernseher aus den 50er Jahren sah toll aus!

Bei einer Umfrage habe ich in Michaels Namen angegeben, kein Twitter-Nutzer zu sein. Obwohl der gute Mann in Wirklichkeit mehr Tweets als Steuern absetzt.
Ein Freund von Michael postet euphorisch, dass er endlich in Berlin angekommen ist. Natürlich habe ich Ibrahim Evsan Herzlich Willkommen geheißen.

REAKTION: Die Empfehlung zur Schreibmaschine kam gut an. Die Twitter-Umfrage blieb unkommentiert, genauso wie Michaels musikalische Neuorientierung. Der Fernseher hat ein Like bekommen und das Herzliche Willkommen einen Tag später auch.

FAZIT: Niemand wundert sich über Michaels Begeisterung für analoge Technik. Niemand seiner 765 Kontakte reagiert auf die Behauptung, er habe keinen Twitter-Account. Würde er das ernsthaft bei einem Feierabendbier erzählen  – seine Freunde würden ihn für verrückt halten. Michael hat über 4.000 Follower. Entweder es fällt niemandem auf oder es interessiert seine Freunde nicht.