Michael mag Take That und Schreibmaschinen


Der erste Tag. Ich fühle mich unwohl.

AKTIVITÄT: Als allererstes habe ich David Hasselhoff blockiert. Der postet die ganze Zeit seltsame Dinge und unterschreibt auch noch mit: „Love, The Hoff“. Ich bin ja eher ein Kind der neunziger Jahre. Boygroups, Männer mit rasierten Oberkörpern und so. Das ganze Programm. Deshalb habe ich erst mal Take That reunion und Schoßgebete von Charlotte Roche geliket. 
Ich habe jemandem, der über seine Probleme mit Excel lamentiert, eine Schreibmaschine empfohlen. Die stürzt wenigstens nicht ab.
Bei der Internationalen Funkaustellung kann ich natürlich auch mitreden. Ich weiß zwar nicht, was ein „connectivity concept“ ist, aber dieser Fernseher aus den 50er Jahren sah toll aus!

Bei einer Umfrage habe ich in Michaels Namen angegeben, kein Twitter-Nutzer zu sein. Obwohl der gute Mann in Wirklichkeit mehr Tweets als Steuern absetzt.
Ein Freund von Michael postet euphorisch, dass er endlich in Berlin angekommen ist. Natürlich habe ich Ibrahim Evsan Herzlich Willkommen geheißen.

REAKTION: Die Empfehlung zur Schreibmaschine kam gut an. Die Twitter-Umfrage blieb unkommentiert, genauso wie Michaels musikalische Neuorientierung. Der Fernseher hat ein Like bekommen und das Herzliche Willkommen einen Tag später auch.

FAZIT: Niemand wundert sich über Michaels Begeisterung für analoge Technik. Niemand seiner 765 Kontakte reagiert auf die Behauptung, er habe keinen Twitter-Account. Würde er das ernsthaft bei einem Feierabendbier erzählen  – seine Freunde würden ihn für verrückt halten. Michael hat über 4.000 Follower. Entweder es fällt niemandem auf oder es interessiert seine Freunde nicht.